Die nackten Fackten zuerst. Eckhard Sauren’s Hengst Lommi kann im Japan Racing Association Derby – Trial auf Gruppe III Niveau, seiner Rolle als kochend heißer 1,6:1 Totofavorit nicht gerecht werden. Unter Thore Hammer – Hansen muß er sich nach 2.000 Metern hinter Seguro, sowie den beiden Außenseitern Yacomo und Waladares, mit eimem enttäuschenden vierten Platz zufrieden geben. Letztlich geschlagen um 1 1/2 – 1 1/4 und nochmals 1 1/4 Längen. Allerdings dürfte ihm der servierte Rennverlauf mit einer zu ausgeprägten Wartetaktik alles andere als entgegen gekommen sein.
So richtig Freunde scheinen aber auch dieses Derby Trial und Henk Grewe irgendwie nicht zu werden, denn er muß weiter auf sinen ersten Treffer in dieser Prüfung warten. Dabei standen auch in diesem Jahr die Chancen wieder sehr gut. Denn der Churchill – Sohn hatte bisher überhaupt noch nichts falsch gemacht, schon beim Saidondebut als Zweiter im Bavarian Classic hinter dem Jahrgangsbesten Gostam gleich wieder einen bärenstarken Eindruck hinterlassen und jetzt mit 93 Kilo auch noch die absolut höchste Marke im Feld. Wenn überhaupt, waren im Vorfeld vielleicht nur leichte Zweifel am Stehvermögen des Hengstes erlaubt.
Anders als zuletzt in München, wo Lommi von der Spitze aus agierte, wurde er diesmal auf gleicher Distanz aus der Reserve geritten. So war der Hengst das gesammte Rennen über stets sogsr mit etwas Abstand hinter dem Feld auszumachen und kam auch noch als letztes Pferd in den Einlauf. Wer jetzt auf eine “Explosion” wartete, sah sich aber schnell getäuscht. Denn der Hengst konnte nach diesem Rennverlauf einfach nicht in den aus dieser Position erfordelichen höheren Gang schalten. Er kam mit zunehmender Distanz zwar noch besser auf Touren, doch war da der Zug nach ganz Vorne schon längst abgefahren und auf der kurzen Geraden nur noch der vierte Platz zu retten. 1 1/4 Längen hinter Waladar, den er in München noch mit 7 Längen auf Abstand halten konnte, blieb er damit jedoch deutlich unter Wert geschlagen.
“Wir wollten aus der Reserve gehen, aber so weit hinten war natürlich nicht geplant. In Baden-Baden ist es schwer, aus dieser Position soviel Boden gut zu machen.“ Diesem Fazit von Henk Grewe nach dem Rennen ist nicht mehr viel hinzuzufügen.
Foto: Marc Rühl

