Paris statt Baden lautet für den im Besitz von Liberty Racing 2024 Gold stehenden Derbyzweiten Chiefland an diesem Sonntag die Devise. Auf eine natürlich möglich gewesene Nachnennung für den Großen Preis von Baden hat man verzichtet und bringt ihn jetzt in ParisLongchamp im mit 119.000 Euto dotierten Gruppe II Qatar Prix Niel über 2.400 Meter an den Start. In einem Klassefeld trifft er auf sechs Gegner und wird dabei natürlich auch von einem Klassejockey geritten. So wird sich Cristian Demuro in den Sattel schwingen. Für Liberty Racing wäre es der zweite Sieg in dieser Prestige – Prüfung, denn 2023 hatte in ihren Farben schon deren Derbysieger Fantatic Moon die Nase vorn.
Chiefland hat bisher jedenfalls überhaup noch nichts falsch gemacht und kann bei erst drei Starts eine nahezu makdllose Bilanz vorweisen. Der Study of Man-Sohn, ein 50.000 Euro BBAG-Kauf, war früh zur Hand und ließ beim Debüt während der letztjährigen Großen Woche und obwohl noch grün agierend, den Gegnern keine Chance. Leider kam er nochmals ins Wachstum, ging in eine verfrühte Winterpause und verpaßte geplante Starts im Ferdinand Leisten Memorial sowie im Ratibor-Rennen. Bei seinem Saisondebüt Mitte April auf schwerer Bahn in Düsseldorf, mußte er zwar die erste Niederlage einstecken, fand aber Ende Mai an gleicher Stätte in einem stark besetzten Trial, sofort wieder in die Erfolgsspur zurück. Im Derby schien er vor einer zu schweren Aufgabe zu stehen, zumal er das Rennen auch noch aus üngünstiger Box 17 aufnehmen. Doch kompensierte Chiefland dieses Manko mit einer bärenstarker Leistung und sein Jockey Cieren Fallon mit einem Weltklasseritt, dabei immer auf der Suche nach der besten Spur. Am Ende wurde das Paar sensationell Zweite, hinter den an diesem Tag ebenfalls über sich hinaus wachsenden Riesenaußenseiter Dardanos.
Chiefland steht jetzt jedoch ohne Zweifel vor seiner bisher schwersten Aufgabe. Das von Aidan O’Brien aufgebotene und sowohl aus dem Irish Derby-Sieger Benvenuto Cellini mit Ryan Moore, sowie Montreal, dem Dritten aus dem Prix du Jockey Club bestehende Duo scheint übermächig. Und auch der von Mickael Barzalona gerittene Varandir aus dem Quartier Francis-Henri Graffard ist alles andere als Laufkundschaft. Doch ist dem noch wenig geprüften Hengst weitere Steigerung und ein erneut starkes Laufen zuzutrauen.
Foto: Marc Rühl

