Hauptziel für das Quartier ist am Sonntag das zur Gruppe II zählende und über 2.200 Meter führende Sparkasse KölnBonn 191. Union Rennen auf der Heimatbahn. Getreu dem Motto >Doppelt genählt hält besser< schickt der Trainer dann auch gleich zwei seiner Derbyaspiranten in diese besonders in puncto Stehvermögen immer noch wichtigste Vorprüfung auf das Blaue Band.
Kairos in den Farben von Liberty Racing 2024 Platin hat Leon Wolff im Sattel, ist jedoch nach seiner ersten Niederlage in der Gunst der diesbezüglich “gnadenlosen” Buchmacher gefallen und wird trotz der mit 90,5 Kilo immer noch höchsten Einschätzung im Zehnerfeld nur noch als 25:1 Außenseiter angeboten. Der großrahmige Zarak – Sohn, ein 85.000 Euro Arqana Kauf, konnte allerdings im Vorjahr die höheren Erwartungen erfüllen und blieb bei zwei Starts ungeschlagen. Wobei er mit seinem Treffer Mitte Oktober im Hannoverschen Alson – Youngster Steher Cup über 2.000 Meter sogar zum Listensieger avancierte und dabei nach schlechtem Start auch noch gehörigen Kampfgeist offenbarte. Für die daher mit Spannung erwartete Saisonpremiere, hatte man sich letztlich trotz der mit 2.000 Meter eigentlich zu “kurzen” Distanz für die Mailänder San Siro Rennbahn und den zur Listenklasse zählenden Premio Emanuele Filiberto entschieden. Als kochend heißer 1.3-Favorit angetreten, reichte es am Ende jedoch nur zu einem enttäuschenden vierten Platz. Wobei man unpassende Distanz und Boden als Grund für diese trotzdem überraschende Niederlage ausmachte.
Jetzt ist für ihn bei günstigeren Bedingungen die Zeit zur Wiedergutmachung und auch Revanche an seinem Maliänder Bezwinger Westminster Rocket gekommen. Schließlich sollte man bei der Bewertung auch nie die beste Formen eines Pferdes vergessen. Und das sagt der Trainer: “Er hat uns in Mailand doch ein bisschen enttäuscht, aber Distanz war ein wenig zu kurz und der Boden zu fest. Wir hoffen auch für ihn, dass es noch ein bisschen weiter regnet, obwohl seine Arbeitsleistungen auch nicht überwältigend waren“.
Eckhard Sauren’s Weekend Warrior ist nach dem Ausfall von Lommi, der verbliebene Hoffnungsträger seines Eigners und wird aktuell bei Wettanbietern mit einer Quote um 12:1 sogar als Mitfavorit für Hamburg gehandelt. Und das, obwohl er mit seiner GAG Marke von 80 Kilo deutlich unter seinem Trainingsgefährten und auch “nur” an sechster Stelle im Feld rangiert. Allerdings hat er bisher nur gute Vorstellungen abgeliefert, ist zudem in dieser Saison noch ungeschlagen und damit getreu der alten Turfweisheit > Form schlägt Klasse < ohne Zweifel das interessanteste Pferd im Rennen. 120.000 Euro war der Japan – Sohn bei der BBAG “teuer”, als Halbbruder des ehemals ebenfalls von Henk Grewe vorbereiteten und unter anderem im Bavarian Clasic erfolgreichen Wilko, natürlich gleich höher gehandelt. Schon bei einem Lernstart Anfang November auf der Heimatbahn, ließ er als Zweiter hinter dem bereits erprobten Totofavoriten Wild River Potential aufblitzen, obwohl die Arbeiten zuvor alles andere als gut waren. Beim Saidondebut Ende März gleich hellwach, wurde er seiner Rolle als kochend heißer 1,4:1 Totofavorit vollauf gerecht, kam nach einem Rennen aus der Reserve zu einem sehr leichten Erfolg. Wobei mit Landolfo in Lyon und Night Session in München, zwei der vier hinter ihm eingekommene Gegner anschließend selbst gewinnen konnten und damit die Form deutlich aufwerteten. Zuletzt hatte er vor rund vier Wochen als 1,2:1 Favotit zwar “nur” drei Gegner – darunter den Stallgefährten Melting Moon – zu schlagen, machte aber erneut der Ton die Musik. Zumal er dabei auch immer noch etwas grün agierend, mit zunehmender Distanz immer besser auf Touren kam.
Es könnte daher jetzt für ihn tatsächlich noch weiter nach oben gehen. Und das sagt der Trainer:“Er hat noch nicht viel verkehrt gemacht und in diesem Jahr seine beiden Rennen sehr leicht gewonnen. Die 2.200 Meter sind für ihn als Steher natürlich die unterste Grenze und wir hoffen, dass der Boden für ihn bis Sonntag noch weich wird”.
Fotos: Marc Rühl – Weekend Warrior (o.) – Kairos (u.)

