Am kommenden Montag startet sie wieder, die Zeit der Klassiker im Deutschen Galopprennsport. Auf der Kölner Heimatbahn mit den zur Gruppe II zählenden und 125.000 Euro dotierten City of Troy German 2000 Guineas.
Das Fundament der klassischen europäischen Pferdezucht basiert auf englischem Vorbild. Als dort zu Beginn des 19. Jahrhunderts die 1.000 Guineas für dreijährige Stuten und die 2.000 Guineas für dreijährige Hengste ins Leben gerufen wurden, ahnte man wohl kaum, wie universell dieses Konzept die Galoppwelt prägen würde. Benannt nach dem traditionsreichen Goldgewicht der „Guinea“, ging es von Anfang an um die ultimativen Zuchtexamen über die Meile. Dieses klassische Distanzkriterium sollte das perfekte Gleichgewicht aus Schnelligkeit, Stehvermögen und mentaler Reife prüfen.
Auch in Deutschland fasste diese Idee schnell Fuß, um die heimische Vollblutzucht auf internationalem Niveau messbar zu machen. Das Äquivalent zu den 2.000 Guineas fand seine erste Austragung bereits im Jahr 1871 und das Pendant für die heranreifenden Ladys, die deutschen 1.000 Guineas, wurden 1919 ins Leben gerufen. Über Jahrzehnte hinweg sind diese Prüfungen bis Heute die unbestrittenen Höhepunkte des Frühjahrs für den klassischen Derby – Jahrgang geblieben. Das Hippodrome im Weidenpescher Park zu Köln ist dabei zur festen Heimat des Hengste – Klassikers geworden, während die Stuten etwas später traditionell auf dem Düsseldorf-Grafenberg um diese begehrte Krone kämpfen.
Henk Grewe, doppelter und amtierener Trainer – Champion, marschiert mit großen Schritten auf den 700. Karrietreffer zu. Mit Sisfahan und Palladium konnte er jeweils schon das Derby, sowie dank Muskoka auch die Oaks und damit das Stutenderby gewinnen. Und obwohl sich zudem sein Quartier durch eine stattliche Dichte an hochkarätigen Zweijährigen auszeichnet, die im darauf folgenden Frühjahr jeweils die klassischen Meilen – Prüfungen ins Visier nehmen, blieb ihm hier ein Volltreffer bis heute jedoch verwehrt. Allerdings schrammte er besonders im Kölner Klassiker vor der eigenen Haustür zweimal nur knapp und unglücklich an einem Treffer vorbei.
2020 sorgte Rubaiyat für eine der denkwürdigsten Ausgaben der jüngeren Geschichte. Als ungeschlagener „Galopper des Jahres 2019“ und heißer Favorit an den Ablauf gebracht, lieferte der Hengst in den Farben von sarius Raing einen packenden Fight, musste sich aber letztlich sensationell um eine Dreiviertellänge dem von Sarah Steinberg trainierten Außenseiter Fearless King geschlagen geben. Nur zwei Wochen später kam er auch in Rom in den als Premio Parioli Shadwell gelaufenen 2.000 Guineas Italiens als Zweiter ins Ziel.
Ein ähnliches und noch haarscharferes Drama wiederholte sich für das Quartier 2024, als der Sauren – Hengst Penalty nach einem äußerst schlechten schnellen Rennverlauf in der Endgeraden den britischen Gast Devil’s Point attackierte und am Ende nur um einen bitteren Hals unterlag.
Dass sein Training auf der klassischen Meile im Frühjahr funktioniert, konnte Henk Grewe jedoch auf internationalem Parkett beweisen. Im Jahr 2022 schickte er den Counterattack – Sohn See Hector im Besitz der Cometica AG nach Rom, der sich sogar als Saisondebutant in bestechender Manier den Sieg im Premio Parioli, den italienischen 2.000 Guineas auf Gruppe III Niveau sichern konnte.
Jetzt soll in diesem Jahr endlich der “Deutschland – Bann” gebrochen werden. Richten soll es wohl gleich eine Dreierspitze. Angeführt von Denis Cengiz’s Asker, frischer Sieger im Dr. Busch Memorial und für den man wegen des gesperrten Leon Wolf jetzt eigens den englischen Spitzenjockey Oisin Murphy einfliegen lässt. Begleitet wird er vom Trainingskollegen Nardos, den Sybille Vogt reitet, da auch Thore Hammer – Hansen als Privatjockey von Besitzer Eckhardt Sauren, wegen einer Sperre pausieren muß. Komplettiert wird das Trio voraussichtlich von Hajseo Racing’s Silver Impact, der aktuell jedoch noch ohne Reiter angegeben ist.
Foto: Marc Rühl Asker (r.o.) – Nardos (r.Mi.) – Silver Impact (r.u.)

