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SISFAHAN GOES RED SEA

14. 12. 2022

Das man mit Sisfahan zu Beginn des kommenden Jahres eine Wüstentournee vorgesehen hat, darüber haben wir ja bereits ausführlich berichtet. Der erste Start am 25. Februar im zur Gruppe III zählenden Red Sea Handicap (2.500.000 US Dollar – 3.000 Meter) auf dem King Abdulaziz Racetrack von Riyadh, war dem Veranstalter ein auf seiner Internetseite veröffentlichter Bericht inclusive Interview mit Holger Faust wert, das wir hier ins Deutsche übersetzt gerne wiedergeben.

12.Dezember 2022
Deutscher Derby-Sieger Sisfahan im Red Sea Turf
Saudischer Saisonhöhepunkt für den Vierjährigen als Vorbereitung auf eine europäische Gruppe I Kampagne

Henk Grewe’s deutscher Derbysieger von 2021, Sisfahan, wird im neuen Jahr eine Reise nach Saudi-Arabien antreten. Der Vierjährige soll am 25. Februar im zur Gruppe III zählenden Red Sea Handicap auf Turf starten. Sisfahan, der in den Farben von Darius Racing und Michael Motschmann läuft, sollte bereits im vergangenen Jahr in dem 3.000-Meter-Rennen an den Start kommen, musste das Rennen jedoch aufgrund einer in der Vorbereitung erlittenen Verletzung  auslassen. Holger Faust, Racing-Manager von Darius Racing, sagte dazu:

“Es war geplant, ihn bereits im letzten Jahr hier zu starten, aber er verletzte sich und mußte zu unserer Enttäuschung das Rennen auslassen. Wir haben das ganze Jahr über einen Start nachgedacht und ich bin froh, dass er jetzt zum richtigen Zeitpunkt zurückgekommen und diesmal für das Rennen bereit ist”.

Nach fast einem Jahr Rennpause kehrte der Vierjährige im September beim Gruppe 1 Preis von Europa (2400 m) zurück und gewann einen Monat später den G2 Gran Premio Jockey Club (2400 m) in San Siro.

“Er hatte eine Fraktur und wurde im Januar operiert. Für ein Pferd, das sich im September zurückgemeldet hatte  kam der erste Start noch recht früh. Wir hatten nicht wirklich ein Rennen für ihn aber beschlossen, ihn in einem Gruppe-1-Rennen zurückzubringen und uns für den Europa-Preis entschieden, weil er auf seiner Heimatbahn stattfand. Er wurde in diesem Rennen zwar Letzter, trotzdem waren wir alle mit ihm und seiner Leistung zufrieden. Für das Rennen in Italien waren wir schon vorher sehr zuversichtlich. Er hat das Rennen auch gewonnen, und es war großartig zu sehen, wie er sich dort zurückgemeldet hat.”

Faust zeigt sich optimistisch, dass dem Isfahan – Sohn beim ersten Versuch die 3.000 Meter Distanz liegen wird.

“Für mich ist er ein klassisches 2400m-Pferd, aber ich glaube nicht, dass er etwas gegen weitere Strecken hat. Wenn man sieht, wie er seine Rennen gewinnt, dann immer mit sehr viel Ausdauer. Außerdem sagen die Jockeys die ihn reiten, dass er nach seinen Rennen immer schwer zu stoppen ist. Er hat diese Einstellung und sieht auch aus wie ein echter Steher”.

Die Entscheidung für das Rennen beim Saudi Cup wurde auch getroffen, da seine Platzierung im Rennkalender gut in den Zeitplan von Sisfahan passt.

Die Rennen im Frühjahr in Deutschland sind für einen Gruppe-1-Sieger nicht wirklich attraktiv. Obwohl das Red Sea Turf ein Gruppe-3-Rennen ist, sind Dotierung und Stellenwert sehr hoch und daher macht es auch Sinn, ein Gruppe-1-Pferd in einem solchen Rennen zu starten. Ein Pferd dieser Klasse gibt zudem auch immer alles und da spielt es keine Rolle ob es für 50.000 € oder für 2 Millionen € läuft. Daher denken wir, es ist besser in diesem Rennen zu laufen.

Auf diese Weise können wir ihm auch eine Pause gönnen um ihn dann zu den europäischen Rennen zurück zu bringen, wenn die Grand-Prix-Saison beginnt, was in Deutschland Ende Juli ist. Das Saudi-Cup-Meeting passt daher auch perfekt zu ihm, da es Ende Februar stattfindet und wenn er in Saudi-Arabien gut abschneidet, ist es möglich dass er auch am großen Tag in Dubai läuft. Wenn dann alles klappt und das Pferd gesund ist, bekommt er eine schöne Pause bevor wir ihn dann wiedersehen”.

Vor Februar sind keine Rennen geplant, sodaß der Red Sea Turf das nächste Rennen für Sisfahan sein dürfte.

“Er hatte diesen Herbst ein hartes Programm – er kehrte acht Monate nach seiner Verletzung zurück und lief drei Rennen in sechs Wochen. Im Dezember oder Januar gibt es nicht wirklich ein Rennen für ihn, warum also ein Rennen suchen, das es nicht wirklich gibt?”

Sisfahan ist bereits weit gereist, da er 2021 beim Breeders’ Cup in Del Mar gelaufen ist und man erwartet nicht, dass ihn die Reise nach Riad aus der Ruhe bringen wird.

“Er ist völlig unkompliziert, ein sehr ruhiges Pferd das sich gut händeln lässt und einen tollen Charakter hat. Selbst als er verletzt war und eine ganze Weile in seiner Box bleiben musste, gab es nie ein Problem”.

Der englische Jockey Jack Mitchell, der bei jedem der letzten drei Rennen von Sisfahan im Sattel saß, wird voraussichtlich auch am Abend des Saudi Cups dabei sein.

“Ich denke, Jack sollte an Bord bleiben,  denn es gibt keinen Grund, etwas zu ändern. Er versteht sich gut mit dem Pferd”,

Sisfahan wird somit der erste in Deutschland trainierte Starter im Red Sea Turf Cup Handicap sein, das mit 2,5 Millionen Dollar dotiert ist und auf der gleichen Karte wie das wertvollste Rennen der Welt, der mit 20 Millionen Dollar dotierte Saudi Cup, ausgetragen wird.

Fotos: Marc Rühl