Zu Saisonbeginn sah es noch so aus, als würde Henk Grewe ein kopfstrkes Lot in das Derby schicken können. Leider lief es jedoch nicht nach Plan, hatte irgenwie der Turfteufel seine Hände im Spiel. Denn nach dem Ausfall von Lommi und Weekend Warriorm mußte jetzt kurzfristig auch noch Pashang wegen einer Infektion passen. So ist jetzt ein in blau – gelb gekleidetes Duo von Liberty Racing 2024 übrig geblieben, wobei Kairos für die “Platin” Fraktion und Chiefland für das “Gold” Team unterwegs sein werden.
Kairos, ein großrahmiger und bei Arqana 85.000 teurer Zarak – Sohn, konnte im Vorjahr die höheren Erwartungen erfüllen und blieb bei zwei Starts ungeschlagen. Wobei er mit seinem Treffer Mitte Oktober im Hannoverschen Alson – Youngster Steher Cup über 2.000 Meter sogar zum Listensieger avancierte und dabei nach schlechtem Start auch noch gehörigen Kampfgeist offenbarte. Für die daher mit Spannung erwartete Saisonpremiere, hatte man sich letztlich trotz der mit 2.000 Meter eigentlich zu “kurzen” Distanz für die Mailänder San Siro Rennbahn und den zur Listenklasse zählenden Premio Emanuele Filiberto entschieden. Als kochend heißer 1.3-Favorit angetreten, reichte es am Ende jedoch nur zu einem enttäuschenden vierten Platz. Auf passend weicherem Boden und vorallem weiteren Weg, zeigte er sich zuletzt in der Union wie erwartet verbessert. Zwar mußte er erneut dem Wöhler – Schützling den Vortritt lassen, kam ihm diesmal jedoch am Pfosten deutlich näher. Er zählt jetzt nach dieser “Wiederauferstehung” und auf einer nochmals 200 Meter längeren Distanz, unverändert zum Kreis der Sieganwärter. Leon Wolff wird wie zuletzt im Sattel sitzen.
Zweiter Starter ist Chiefland, der bisher noch nichts falsch gemacht hat und mit einer nahezu makellosen Bilanz nach Hamburg reist. Der Study of Man-Sohn, ein 50.000 Euro BBAG-Kauf, war früh zur Hand und ließ beim Debüt während der letztjährigen Großen Woche und obwohl noch grün agierend, den Gegnern keine Chance. Leider kam er nochmals ins Wachstum, ging in eine verfrühte Winterpause und verpaßte geplante Starts im Ferdinand Leisten Memorial sowie im Ratibor-Rennen. Bei seinem Saisondebüt Mitte April auf schwerer Bahn in Düsseldorf, mußte er zwar die erste Niederlage einstecken, fand aber Ende Mai an gleicher Stätte in einem stark besetzten Trial, sofort wieder in die Erfolgsspur zurück. Die ungünstige Startbox erschwert zwar die Aufgabe, doch tritt er mit erst drei Starts als geschontes Pferd an und mit Cieren Fallon auch noch einen starker Engländer als Reiter verpflichtet hat
Und das sagt, der Trainer zu seinen Schützlingen: „Kairos lief in der Union ein gutes Rennen. Bei ihm ist weiche Bahn besser und als großem Steher kommen ihm die 2!400 Meter entgegen. Chiefland hat am Montag sehr gut gearbeitet und er ist vielleicht so ein bisschen ein Pferd für die Überraschung.“
Wir wünchen Hals und Bein.
Fotos: Marc Rühl – Kairos (o.) – Chiefland (u.)

