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MEIN MAGISCHER MOMENT MIT ANDRASCH

16. 03. 2026

Deutschlands erfolgreichster Jockey aller Zeiten, Andrasch Starke, hat ja bekannglich seine glanzvolle Karriere beendet und jetzt an alter Erfolgsstätte im Quartier von Henk Grewe als Arbeitsreiter angeheuert. Mit der unglaublichen Bilanz von 2.853 Siegen, zehn Championaten und acht Derbyerfolgen im Gepäck. Doch jenseits der großen Statistiken sind es vor allem die persönlichen Begegnungen und Momente, die uns in Erinnerung bleiben.

Gerne nutze ich daher die restlich noch verbleibende geruhsame Zeit bevor ab Sonntag wieder die Aktualität die gesamte Aufmerksamkeit ihr Recht fordert, ein privates Erlebnis mit dem seit 4. Januar 52-jährigen zu teilen.  Meine Geschichte führt zurück in das Jahr 2003 – zu einem Rennen, das auf dem Papier klein wirkte, für uns aber der Beginn von etwas Großem war.

Manche Siege sind mehr als nur ein Erfolg; sie sind eine Erlösung, ein Aufatmen, der Moment, in dem endlich alles „Klick“ macht. Für Rhodesian Winner war dieser Augenblick der Freitag, 27. Juni 2003, auf der altehrwürdigen Derbybahn in Hamburg-Horn. Es war der Tag, an dem er endlich, nach neun Anläufen, sein langersehntes erstes Rennen gewann – und wie!

Die Erinnerung an das Laufen vier Wochen zuvor in Baden-Baden war noch frisch: Unter Andrasch Starke hatte Rhodesian Winner schon wie der sichere Sieger ausgesehen, nur um kurz vor dem Ziel doch noch auf dramatische Weise abgefangen zu werden. Eine herbe Enttäuschung, die den Puls vor dem erneuten Start auf dem Horner Moor in rezeptpflichtige Höhen steigerte. Würde er es diesmal  schaffen?

Die Antwort war ein donnerndes Ja! Unter der meisterhaften Führung von Andrasch Starke lief diesmal alles nach Plan. Um 17:30 Uhr rückte Rhodesian Winner in die Startbox ein. Exakt zwei Minuten und 11,2 Sekunden später hatte der Snurge-Sohn die 2.000 Meter bewältigt und die Konkurrenz überlegen hinter sich gelassen. Schon Mitte der Geraden legte sich Kommentator Manfred Chapman  in seiner unnachahmlichen Art fest: „Diesmal klappt es, diesmal wird er nicht abgefangen!“

Obwohl es nur ein kleines Maidenrennen mit 2.000 Euro Preisgeld war, merkte man bei der Siegerehrung, wie sehr Andrasch diesen Sieg gewollt hatte. Als „Hamburger Jung“ war ein Erfolg in Horn für ihn sowieso immer besonders emotional, doch es ging um mehr: Nachdem ihm Andreas Suborics im Jahr zuvor den Titel abgejagt hatte, brannte Starke darauf, sich das Championat zurückzuholen.

Bei der Siegerehrung erklärte er uns den wahren Grund für seinen leidenschaftlichen Ritt: „Ich mag den Hengst, der hat was – und zweimal hintereinander wollte ich mit ihm wirklich nicht verlieren!“ Für Andrasch war es letztlich tatsächlich einer von 114 Jahressiegen auf dem Weg zu seinem herbei ersehnten fünften  Champion -Titel.

Für Rhodesian Winner war es dagegen der Startschuss zu einer insgesamt mit zehn Erfolgen ….Karriere, die ihn bis zum Sieg in der Coppa d’Oro di Milano auf Listenevene , sowie Placierungen auf Gruppe II Ebene durch Europa bis in den SchmelztigelIstanbul führte.

Es sind eben genau diese kleinen Dinge, die Andrasch Starke ausmachen: Diese absolute Professionalitä,  Leidenschaft und Siegermentalität – egal ob auf anspruchsvollstem Gruppe-1 Parkett oder in der gemeinen Maidenklasse. Danke, Andrasch, für diese Momente und auch von hier aus noch einmal Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Foto:: Marc Rühl