In einer global vernetzten Welt zeigt sich immer wieder, wie unvorhersehbar das Zeitgeschehen in den Alltag eingreifen kann und welche teils kuriosen, teils dramatischen Auswirkungen dies heutzutage hat. Diese Ereignisse machen auch vor dem internationalen Rennsport nicht halt und führen dazu, dass der sportliche Ablauf plötzlich durch geopolitische Faktoren in den Hintergrund gedrängt wird.
Während das Quartier von Henk Grewe in diesem Jahr glücklicherweise nicht von den aktuellen Turbulenzen betroffen ist, fühlt man im Stall natürlich mit den internationalen Kollegen vor Ort mit, die nun vor unerwarteten logistischen Herausforderungen stehen. Wie komplex die Situation derzeit ist, zeigt ein Blick nach Dubai. Aufgrund des Konflikts am Golf sitzen Rennsportprofis, Trainer, Jockeys und Stallpersonal in Dubai fest, wo sie auf die Wiederöffnung des Luftraums warten.
Zahlreiche Rennsportprofis aus Europa, die zum prestigeträchtigen Super Saturday in Meydan (Dubai) angereist waren, darunter die Franzosen Nicolas Caullery und Stéphane Pasquier, das Gewinnerduo der Jumeirah 1000 Guineas mit Piana, müssen nach der Schließung des Luftraums über der gesamten Persischen Golfregion an diesem Wochenende warten. Vor Ort im Emirat unter der Führung von Scheich Mohamed Al Maktoum, der am Samstagabend grünes Licht für das Meeting gegeben hatte, befindet sich auch Francis-Henri Graffard, der die fürstliche Stute Rayevka in einer Gruppe III in Meydan sattelte. Und zu diesem Zeitpunkt müssen auch andere Profis wie Cristian Demuro, Mickaël Barzalona oder Ryan Moore und Oisin Murphy, um nur einige zu nennen, warten, da sie nicht genau wissen, wann sie ein Flugzeug bekommen werden, ebenso wie das zuvor angereiste Stallpersonal.
Aufgrund des Konflikts zwischen dem Iran und Israel sowie den Vereinigten Staaten sind die beiden internationalen Flughäfen von Dubai geschlossen, und alle Flüge wurden am Samstag und Sonntag gestrichen. Die Flüge werden auch mindestens bis weit in den Montag hinein ausfallen. Auf ihrem X-Account schrieb Amy Murphy, die in Frankreich trainiert und in Dubai lebt: „Die Nacht war lang, aber heute Morgen scheint es ruhiger zu sein. Die Armee leistet unglaubliche Arbeit am Himmel, man kann ihre Manöver hören, um unsere Sicherheit zu gewährleisten.“ Der Flughafen zeigt derzeit einige Flüge nach Europa an, insbesondere ab 15 Uhr am Montag nach Rom, Hamburg, Mailand, London oder Frankfurt, aber die Lage bleibt natürlich höchst unvorhersehbar und weiterhin sehr unsicher.
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