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MUSKOKA JETZT 95 KILO

09. 08. 2023

Der Sieg und auch die bisherige Karriere von Muskoka machte schon mächtig Eindruck und fand jetzt auch bei der neuen GAG Einschätzung mit 95 Kilo einen verdienten Niederschlag. Wie Chefhandicaper Harald Siemen diese Marke jetzt begründet, hat er in seinem regelmäßig bei Deutscher Galop erscheinenden Block in gewohnt launiger Art beschrieben. Wir finden, sehr lesenswert und haben den Text daher nachstehend im Original Wortlaut zum Studium angefügt.

“Freiluft-Veranstaltungen sind in diesem Sommer, der eher einem Herbst gleicht, mit einem gewissen Risiko verbunden. Das Wacken Open Air zum Beispiel, das größte Heavy-Metal-Festival der Welt, musste zwar nicht abgesagt, doch die Besucherzahl stark reduziert werden, da das Festivalgelände durch tagelangen Regen abgesoffen war und sich in eine Schlammwüste verwandelt hatte. 35.000 Ticketinhaber mussten draußen bleiben, trotzdem strömten noch 50.000 Fans durch die Tore, als am Mittwoch der Innenbereich mit Blick auf die beiden Hauptbühnen geöffnet wurden. In Düsseldorf wurden am Sonntag bis zum 165. Henkel Preis der Diana bis zu 20.000 Besucher erwartet, doch sintflutartige Regenfälle sorgten dafür, dass allenfalls ein Drittel davon den Weg auf den Grafenberg fand. Und auch für diese Unentwegten gab es nur ein Kurzprogramm: Eine Prüfung für Zweijährige, ein Gruppe III-Rennen und der Henkel-Preis der Diana – danach musste der Renntag aufgrund des immer schwerer werdenden Geläufs abgebrochen werden.

Befürchtungen, dass der starke Regen die Ergebnisse in einem negativen Sinne beeinflussen könnten, erfüllten sich zum Glück nicht, es ging durchaus formgemäß zu. Bei den Zweijährigen siegte der Favorit Geography in beeindruckender Manier (GAG 80,5), den G3-Fritz Henkel-Preis gewann mit See Hector das augenblicklich beste deutsche Meilenpferd (GAG 95), und die Diana machten am Ende mit Muskoka und Kassada die zweite und dritte Favoritin unter sich aus. Das Rennen war mit 2:21,92 Minuten zwar das langsamste, seit es vor nunmehr 17 Jahren von Mülheim nach Düsseldorf verlegt wurde. Doch waren Almerita und Dancing Rain bei ihren Siegen auf offiziell weicher Bahn nur unwesentlich schneller unterwegs gewesen. Es gibt also keinen Grund, den sportlichen Wert trotz der außergewöhnlichen äußeren Umstände in Zweifel zu ziehen.

Muskoka musste man schon im Vorfeld gute Chancen geben, nicht umsonst trug sie die Nummer 3 auf der Satteldecke. Wenn es Zweifel gab, dann weil sie bei allen fünf Starts zuvor über 1600 Meter gegangen und ihr Stehvermögen noch unerprobt war. Doch waren diese Bedenken beim Blick auf das Pedigree der Stute nicht angebracht. Man fragt sich im Nachhinein allerdings, warum Muskoka keine Nennung für die 1000 Guineas bekommen hat und ihr somit die Chance genommen wurde, als erste Stute seit Elle Danzig im Jahre 1998 zur doppelten klassischen Siegerin aufzusteigen.

Die bisherige Rennlaufbahn von Muskoka ist nahezu perfekt. Nur bei ihren beiden Jahresdebüts als Zwei- bzw. Dreijährige musste sie knappe Niederlagen einstecken, bei allen anderen Starts hat sie gewonnen. Für ihren Sieg im Henkel-Preis der Diana hat sie eine Marke von 95 kg (Rating 110) erhalten. Das ergibt sich über die drittplatzierte Sea The Lady, die ihre Marke von 92,5 (Rating 105) aus Frankreich wiederholt haben sollte. Dadurch steigern auch Kassada auf 94,5 kg und Empore auf 91,5 kg. Um den Gruppe I-Status zu erhalten, muss die Diana seit neuestem am Jahresende für die vier Erstplatzierten einen Rating-Durchschnitt von 111 erreichen, also knapp über 95 kg. Das ist seit 2006 nur einmal gelungen, drei Mal konnten immerhin 110 (95 kg) erreicht werden. Um dahin zu kommen, müssen möglichst viele der Erstplatzierten ihre Leistungen in kommenden Rennen also weiter steigern. Muskoka hat vorerst keine weiteren Nennungen für deutsche Rennen, man hört aber von Plänen für den Prix de l´Opera und den Breeders´ Cup. Kassada ist immerhin für den Großen Preis von Baden und den Preis von Europa gemeldet”.

Text: Harald Siemen und Foto: Marc Rühl