Schwesterherz - und wie

Besitzer Eckard Sauren, Trainer Henk Grewe und Jockey Andrasch Starke müssen sich in dieser Saison sehr wohlfeil verhalten haben, denn statt einer Rute holte der Nikolaus am Sonntag auf dem Mülheimer Raffelberg noch einmal einen fetten Preisgeldscheck aus seinem Gabensack. Im mit 52.000 Euro dotierten BBAG Auktionsrennen Mülheim, war nämlich Eckhard Sauren' s Areion Tochter andere Ware, siegte trotz Höchstgewicht und eigentlich zu weiter Distanz leicht und zuletzt bereits verhalten mit 1 1/4 Längen Vorsprung gegen den spät und stark endenden Dorazio.

 

Schon im Schlußbogen konnte sich das Umfeld der im Vordertreffen galoppierenden Siegerin beruhigt zurücklehnen, denn kein Pferd ging da so gut wie Schwesterherz, die sich dann auch im Einlauf wie auf Knopfdruck schnell von den Gegnern lösen konnte und schon früh als Siegerin feststand.

 

Aus Andrasch Starke, der die Stute besonders ins Herz geschlossen hat und den Sieg auf der Linie mit geballter Faust zelebrierte, sprudelte es hinterher nur so heraus: „Sie ist so eine tolle, ehrliche Stute, die auch den weichen Boden gerne mag. Im Mai und Juni hatten wir uns von ihr mehr erhofft, es hat dann etwas gedauert, bis sie wieder in Schwung kam, in Baden-Baden ein Listenrennen gewann und dann Zweite in einem Gruppe III-Rennen in Düsseldorf hinter Wonnemond war und sich auch in Italien gut hielt. Die Distanz von 2.000 Metern war weiter als normalerweise, aber sie war stark auf dem Posten und ja auch vor einem Jahr im Ratibor-Rennen Zweite hinter Wonderful Moon. Ich wusste, dass ich mich auf sie verlassen kann. Sie hat die Aufgabe spielerisch leicht gelöst. Ich wollte nicht zu früh nach vorne gehen, da ich mir die Strecke einteilen musste. Aber wenn ein Pferd genug Klasse besitzt, kommt es auch über diesen Weg. Ich habe Schwesterherz im Schlussbogen an vierter Stelle noch einmal eingeparkt, auf der Geraden hat sie dann einen Satz gemacht und war leicht voraus.“

 

Endsprechend zufrieden natürlich auch Besitzer Eckhard Sauren: „Die Stute hat sich sehr gut wiedergefunden. Mein Dank gilt dem Rennclub Mülheim, dass man im Dezember so ein hochdotiertes Rennen durchgeführt hat. Das war eine tolle Bescherung am Nikolaus-Tag.“

 

Und Henk Grewe ergänzte: „Schwesterherz ist völlig unkompliziert und hat ein großes Kämpferherz. Sie kann auch 2.000 Meter, ich hatte da nicht die geringsten Zweifel. Die Stute stand weit über dem Feld und hatte in dieser Saison ja auch schon ganz andere Gegner gesehen. Sie bleibt auch 2021 in Training und wir peilen dann einen Gruppesieg an. Ich freue mich auf die nächste Saison.“

 

Und der alte sowie neue Champion hatte zusätzlich noch doppelten Grund zur Freude, denn es war nicht nur sein insgesamt 70. Jahreserfolg, sondern mit der Siegbörse von 25.000 Euro übersprang er auch beim gewonnenen Preisgeld hierzulande die Millionengrenze.

 

Fotos : Marc Rühl